Was der Mensch wert ist

Menschen werden mehr und mehr nach ihrem vermeintlichen wirtschaftlichen Nutzen taxiert. Doch erst, wenn wir andere Maßstäbe gelten lassen, können wir unseren Mitmenschen mit mehr Wertschätzung begegnen. *Von Manfred Rekowski*Wir leben in einer Welt, in der wir eingeschätzt werden. Wir selber tun das auch. Wir bewerten Menschen danach, ob sie unseren Maßstäben entsprechen und unsere Erwartungen erfüllen. Dabei spielt oft das Vertraute, die gleiche Sprache, Kultur und Religion, unsere Werte eine Rolle – und auch Kleider machen Leute. Wir reden auch schon mal abschätzig über andere. Und was tun wir nicht selbst alles dafür, von anderen geschätzt zu werden? Wir legen uns dafür ins Zeug, manchmal verbiegen wir uns, damit wir die Wertschätzung erhalten, die wir brauchen. Und wie können Kinder daran leiden, dass sie die Wertschätzung der Eltern nie erhalten, weil sie deren Maßstäben nicht genügen.QUELLE: http://www.fiftyfifty-galerie.de/magazin/titelgeschichte

6.12.15 07:31, kommentieren

Als ich die Mutter meiner Eltern wurde - 5

Über die Jahre änderte sich nichts, bis auf die Menge und Art des Alkoholskonsums meiner Mutter.Mittlerweile halte ich ziemlich viel aus. Ertrage dass ich meinen geliebten Vater nur am Wochenende sehe und wir dann dem Alltag entfliehen können. Wir drei allein, ohne Mama. Die fährt schon lange nicht mehr mit uns mit. Alles vergessen für ein paar Stunden...wie eine Familie.Ertragen kann ich auch mittlerweile all die sinnlosen Schläge.Wenn es doch nur diese gewesen wären. Schmerz geht vorbei, aber nur der körperliche......wir spielen fangen um den Tisch. Ja, wir sind wilde Kinder, aber eben ganz normale... wieder regt es sie auf, wieder schreie und böse Worte...wir rennen um den Tisch. Nicht mehr fangen...wir laufen jetzt vor ihr weg...Einen Schlag für mich, einen saftigen Tritt für meinen Bruder.Steiff, fast bewegungsunfähig sitzen wir dort, keine Wort.Aber Mama ist noch nicht fertig. Weiß nicht wohin mit ihrer Wut......" Ihr widert mich an!" ... und spuckt mir, ihrer eigenen Tochter, mitten ins Gesicht. Ich habe mittlerweile viel verziehen, aber DAS kann und will ich nicht. Vergessen kann ich eh nicht mehr......

6.12.15 06:59, kommentieren

Als ich die Mutter meiner Eltern wurde - 4

... wisst ihr, irgendwann waren die abendlichen Beschimpfungen, Erniedrigungen und Schläge reine Routine. Gegen 18 Uhr fing das Saufen an und sobald es, für sie, einen Grund gab, ging die Post ab. Zuerst war es nur ich, die die sanfte Art meiner Mutter kennenlernen durfte. Doch jetzt war auch mein Bruder alt genug....AN DEN GEHST DU NICHT DRAN!... habe ich mir geschworen....so gut es ging, habe ich ihn beschützt. Habe es sogar geschafft, dass wir uns ein Zimmer teilten, nur damit ich ihn beschützen kann....natürlich hatten wir beide eigenes großes. Man wird schlau dabei, man lernt die eigene Mutter auszutricksen um möglichst sanft von Allem zu kommen. ...die Ironie schlug zu! Ein drittes Kind musste her. Wer sollte sonst die Familie retten?!?! Geholfen hat es natürlich nicht. Ich habe schnell gelernt, auch hier die schützenden Hände über sie zu legen...sie war noch sooo klein, so zierlich. Nein, meine Mutter hat sie bisher nie geschlagen oder ähnliches. Ich weiß nicht wieso sie sie verschonte, bin aber auch einfach nur dankbar dafür. Die Ehe war hin, eine Familie waren wir lang nicht mehr......es bricht die Zeit der scheinheiligen Familie an. Jeder geht seinen eigenen Weg...

6.12.15 05:55, kommentieren

Als ich die Mutter meiner Eltern wurde - 3

Es ist Sommer. Wir sind im Urlaub auf dem Campingplatz, wie jedes Jahr. Auch diesesmal sind viele Jugendliche mit ihren Zelten dort. Ich bin ca. 12 Jahre alt und durfte meine Cousine mitnehmen.Abends lang draußen bleiben und Unsinn anstellen. Fußball im Dunkeln und laute Lieder singen... ...Diesen einen Abend, werde ich wohl nie vergessen können. Der Abend, an dem ich meine erste Prügel richtig wahrgenommen habe. Und diese war nicht mal berechtigt....ist Prügel überhaupt berechtigt?!Wir lernten Jungs kennen, ca. 16 Jahre alt, welche, die keine gute Absichten mit uns hatten. Sie lockten uns ins Zelt und befahlen uns: "Jetzt seit ihr in unserem Zelt, also zieht euch aus!" ....schnell in Angst und Entsetzen versetzt, krabbelten wir hastig aus dem Zelt... einer schnappte noch nach ihrem Bein, ließ dann aber los... Ich rief noch irgendwas wie, "Du Hurensohn" oder ähnliches... und jetzt schnell zu Mama und Papa! Ich muss Ihnen alles erzählen. DIE bekommen ärger!!! Es kam alles anders. Mama war schon völlig blau vom Wein. Bevor ich ihr meine Version erzählen konnte, schlug sie mir erstmal ordentlich mitten ins Gesicht. Erstens war ich 5 Minuten zu spät und zweitens glaubte sie mir grundsätzlich nichts... Ich habe ein böses Wort benutzt, ganz gleich aus welchem Grund! Das war nur der Anfang......einmal angefangen mich zu schlagen, konnte sie irgendwie nicht mehr aufhören. Sie schlug mich bis ins Zimmer. Auf dem Weg dorthin, schnappte und sie sich den Holzbesen. Wisst ihr wie sich das anfühlt , grundlos verprügelt zu werden? Ich sah vor lauter Hände, Füße und Besen nichts mehr...schlage wie immer die Hände über den Kopf und warte einfach bis das Tier fertig mit ihrer Beute ist...... am aller schlimmsten sind nicht mal die Schläge, sondern wenn die eigene Mutter dabei immer wieder sagt, wie sehr man einen anwidert.

6.12.15 05:35, kommentieren